WEITERENTWICKLUNG REAKTIVER BRANDSCHUTZSYSTEME

AUSBLICK

Patenturkunde DE 10 2011 116960Verschleiß  ist eine unangenehme Nebenerscheinung aller technischen Maßnahmen und äußert sich im Nachlassen von Eigenschaften bis hin zum Verlust derselben. So würden z.B. selbstreinigende Autolacke in dem Moment unpopulär, wie das Auto wieder selbst zu waschen sei.

 

Der bauliche Brandschutz bildet hierbei keine Ausnahme. Es besteht sogar eine besondere Problematik darin, dass zugesicherte Eigenschaften möglichst gar nicht und wenn, dann  nur im Ernstfall abgefordert werden. Während also vergleichsweise verschleißbedingte Funktionseinbußen im Korrosionsschutz optisch sofort erkennbar sind, trifft dies für das Nachlassen brandschutztechnischer Eigenschaften einer Brandschutzbeschichtung nicht zu. Diese bleiben für immer verborgen. Darin begründet sich die Einzigartigkeit dämmschichtbildender Brandschutzbeschichtungen.

Bekannte und anderswo bewährte Methoden der Funktionssicherung sind nicht übertragbar, beispielsweise die Erneuerung aktiver Komponenten bei einem Feuerlöscher oder der zyklische Funktionstest automatischer Löschanlagen innerhalb von Wartungsintervallen. Selbst ein probeweises Beflammen als zerstörende Methode entfällt, weil nur notwendiges Kriterium im Sinne des Aufschäumvorgangs selbst, nicht aber hinreichendes Kriterium bezüglich des zu erreichenden Feuerwiderstands.

Es folgt die Entwicklungsforderung nach einer analytischen Zustandsbewertung zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Diese ist nach dem heutigen Stand der Technik nicht gegeben. Man behilft sich mit Laboruntersuchungen in einer Materialprüfanstalt. Somit überträgt jede darauf aufbauende bauaufsichtliche Zulassung nur eine Erwartung in die Zukunft, ohne sich im Normalfall jemals wieder darzustellen bzw. überprüfbar zu sein.

Die Problematik der Alterung dämmschichtbildender Brandschutzbeschichtungen lässt sich  repräsentativ am Umbau des Bundeskanzleramts in Bonn darstellen: Im Zuge der Umnutzung war auch zu bewerten, inwieweit die vorhandene Brandschutzbeschichtung noch funktionsfähig sei und das zugesicherte Schutzziel F30 erreicht wird. Diese Frage konnte nicht beantwortet werden, weder durch eine chemische Analyse, noch durch eine Beflammung am Objekt und auch nicht durch eine thermische Belastung von Materialproben im Labor.

Grund sind allgemein die Zulassungsgrundsätze für reaktive Brandschutzsysteme auf Stahlbauteilen, deren Sollwerte auf Brandversuche zurückgehen, die unter Normbedingungen in  einer amtlichen Materialprüfanstalt nachgewiesen wurden und deren Alterungsprüfung nach 10 Jahren endet. Es ist keine Aussage möglich, wie sich die reaktive Beschichtung zum Ende der Gebäudenutzungsdauer hin verändert.

Die Stahlbrandschutz GmbH beschäftigt sich intensiv mit dieser Problematik und zeigt mit der  Patentschrift DE 10 2011 116 960.5 (C09D 5/18), 26.10.2011 eine Lösung auf.