DER ANFANG IM JAHR 1935

DAS DEUTSCHE LUFTSCHUTZGESETZ VON 1935

DachkarteSucht man nach den Anfängen reaktiver Brandschutzbeschichtungen, gelangt man zu baulichen Maßnahmen in Verbindung mit dem deutschen Luftschutzgesetz von 1935:
Es wurden Feuerschutzmittel zur Ertüchtigung hölzerner Dachtragwerke entwickelt.
Ein Name wird Geschichte schreiben: “Flammschutz Albert”

 

 

Dachkarte von 1943

DIN 4102 - TECHNISCHE DURCHFÜHRUNGSBESTIMMUNGEN 1942

DIN 4102-1, Erstausgabe im August 1934
“Widerstandsfähigkeit von Baustoffen und Bauteilen gegen Feuer und Wärme; Begriffe”

“Gegen Feuer”, Firmenschrift aus dem 1942;
gefunden im Bunkermuseum Emden und hier gelesen:

Flammschutz für Dachtragwerke> Es ist das Einheitsfeuerschutzmittel FM I im Spritzverfahren zu vewenden.

> FM I darf nur von zugelassenen Herstellern bezogen werden.

> Die Verarbeitung obliegt erfahrenen, zuverlässigen und leistungsstarken Firmen, die auch über die erforderlichen Sondergeräte verfügen.

> Die technische Durchführung wird durch vom RLM bestimmte Sachverständige überprüft.

> “Flammschutz Albert” ist seitens des Materialprüfamtes in Berlin Dahlem nach den neuen, erschwerten Bedingungen der DIN 4102 auf seine flammenhemmende und Dauerwirkung geprüft worden

> und hat darüber hinaus nach zweijähriger Lagerung der imprägnierten Versuchsstücke die Wiederholungsprüfung bestanden.

FLAMMSCHUTZ ALBERT

KennzeichnungsschildDas alles gab es also damals schon:

> Befähigungsnachweise der Fachfirmen
> Kennzeichnungsschilder
> Brand- und Alterungsprüfung im Materialprüfamt Berlin-Dahlem (der heutigen BAM)
> Wiederholungsprüfung nach 2-jähriger Lagerung
> Fremdüberwachung durch Sachverständige.

Inzwischen in den “Chemischen Werken Kalle-Albert”, Wiesbaden aufgegangen, taucht der Name “Flammschutz Albert” Anfang der 1960er Jahre wieder auf, diesemal für eine Beschichtung von Stahl:
Mit der Zusicherung “Den Putz können sie weglassen” wurde alternativ zu den damals üblichen Brandschutzputzen eine dämmschichtbildende Beschichtung angeboten.
Das reaktive Brandschutzsystem mit dem Namen “Flammschutz-Albert-DS” war geboren. In zwei unterschiedlich gefärbten Schichten mit zusammen 1.300 µm Trockenschichtdicke aufgetragen, wurde F30 erreicht.

Dieses System und sein Nachfolger “Flammschutz-Albert DSU 63” (für 1963) standen zweifelsfrei am Anfang der Entwicklung und waren Maßstab für andere Hersteller.